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15 Tipps zur Weltrettung aus der Komfortzone

Was würdest du davon halten, wenn du ohne große Anstrengung die Welt verbessern könntest? Großkonzerne bezwingst, ohne auf die Barrikaden gehen zu müssen? Der Erderwärmung buchstäblich vom Sofa aus gegensteuerst? Mit diesen Tipps, wirst du zum Weltverbesserer und bleibst dabei in deiner Komfortzone.

Ich beginne mit einer kleinen Geschichte über den italienischen Wirtschaftswissenschaftler und Soziologe Vilfredo Pareto. Signor Pareto untersuchte Anfang des 20. Jahrhunderts die Vermögensverteilung in Italien und stellte fest, dass sich 80% des Vermögens im Besitz von ca. 20% der Familien befand. Im Laufe der Zeit fand man heraus, dass sehr vieles im Leben nach der 80/20 Regel – dem Pareto-Prinzip – läuft:

  • 20% der Zeit nutzt du, um 80% deiner Arbeit zu erledigen
  • 20% der Kunden sorgen für 80% des Gewinns
  • 20% der Fischer fangen 80% der Fische
  • 80% der Zeit trägst du 20% all deiner Klamotten

Deine Intention ist somit mit 20% Aufwands für 80% der Wirkung für die Weltrettung zu sorgen. Wie das geht, erkläre ich dir hier.

Das allgegenwärtige Plastik

Plastik ist überall. Ü B E R A L L. Und wir wollen aus Bequemlichkeit nicht darauf verzichten. Das macht uns für das Desaster in den Meeren und im Trinkwasser mitverantwortlich.

So kommt Plastik ins Meer, No Plastic Challenge, Plastik im Meer

© Nele Prinz / No Plastic Challenge (Konzept & Handlettering) & Steffen Kraft / kraft&adel (Konzept & Illustration)

Lösungen:

  • Du kannst bereits beim Einkauf etwas großartiges tun – eine eigene Einkaufstasche mitbringen.
  • Obst und Gemüse findest du auch plastikfrei im Supermarkt oder im Einzelhandel ohne Verpackung ausgelegt. Einkauf ohne Einwegtüten geht locker, indem du Äpfel, Tomaten und Gurken in deine eigene Einzelverpackung aus Stoff oder Papier packst.
  • Milch, Joghurt und Sahne gibt es im Mehrwegpfand aus Glas. Fleisch kriegst du in den Biomärkten größtenteils in Papier verpackt. Fragen tut nicht weh – vielleicht kann der Metzger an der Fleischtheke das Fleisch in Papier oder in die mitgebrachte Verpackung legen?
  • Großkonzerne bieten uns gerne Wasser im Einwegplastik für viel Geld an und täuschen uns mit den Mogelpackungen – von Nachhaltigkeit ist hier keine Rede. Dabei ist das Leitungswasser mit etwa 1,50 € pro tausend Liter unser billigstes Lebensmittel – für Mineralwasser in dieser Menge müsstest du 220 € – 870 € zahlen. In einer Trinkflasche* mitgenommen, bringt es viele Vorteile – es befreit dich vom zwingenden Einkauf und Zurückbringen des Pfandes, spart enorm viel Geld und macht dich zum Kämpfer gegen die Großkonzerne.

Lebensmittelverschwendung heizt den Klimawandel an

Alleine in Deutschland wandern 18 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr im Müll. Davon gehören 6,7 Millionen Tonnen den Privathaushalten, was 81,6 kg pro Kopf in Jahr oder 225 Gramm am Tag ausmacht. In Geld gerechnet sind es ca. 20 € pro Person im Monat oder 235 € im Jahr – der einer etwas mehr, der andere etwas weniger. Die Gründe für die Lebensmittelverschwendung sind längst klar – wir kaufen zu viel ein, lagern die Lebensmittel falsch und sind uns unsicher, wenn es ums Mindesthaltbarkeitsdatum geht.

Infografik Lebensmittelverschwendung, das werfen wir weg

Quelle: slowfood.de

Lösungen:

  • Erstelle ein Wochenmenü – 3-4 Hauptgerichte reichen aus, um sich eine Woche lang nahrhaft zu ernähren und nichts wegzuwerfen. Bei der Erstellung eines Wochenplans schaue erst im Kühlschrank und in der Speisekammer nach – dort verbergen sich wahre Schätze.
  • Denke an die verderblichen Zutaten – sie sollten sich in den Rezepten wiederholen, damit sie nach einer Woche nicht wieder im Müll landen.
  • Klebe das Wochenmenü auf den Kühlschrank – wenn du die Übersicht hast, hältst du dich an den Plan.
  • Müllkandidaten auflisten und Rezepte zusammenstellen – aus Früchten zauberst du im Nu eine leckere Marmelade, Gemüse aus dem Backofen schmecken vorzüglich und frische Kräuter im Salat oder gemischt mit Pasta sind der absolute Hit.
  • Es heisst „Mindestens haltbar bis“ und nicht „Sofort tödlich ab“ – im gleichnamigen Artikel erzählt Monica Albrecht von „Dila vs. Kitchen“, dass sie nicht besonders viel vom Mindesthaltbarkeitsdatum hält. Dieses bedeutet lediglich, dass Qualität, Konsistenz und Aussehen des Produkts bis zu diesem Datum garantiert einwandfrei sind. Ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet jedoch NICHT, dass die Lebensmittel ab exakt diesem Datum nicht mehr genießbar sind.
CO2 Ausstoß soweit das Auge reicht

Circa 15 Prozent des CO2-Ausstoßes in Deutschland stammen aus privaten Haushalten. Dabei hat alles Einfluss auf die Treibhausgas-Emissionen – wie du heizt, was du isst, wie viel und was du einkaufst. Alles hat Einfluss und du kannst mit wenigen Schritten so vieles ändern und dadurch die Welt verbessern.

Lösungen:

  • Auto zum Einkaufen nutzen, ist schädlich fürs Klima, sogar bei Bio-Produkten. Da gibt es zahlreiche Lösungen – Einkauf zu Fuß, mit der Bahn, mit dem Fahrrad oder online. Ja, durch Online-Shopping werden CO2-Emissionen verringert, vor allem wenn es saisonal und regional ist – Biokisten und Biolieferanten sei Dank. Den Online-Einkauf in herkömmlichen Online-Supermärkten kannst Du genauso nachhaltig regeln, wenn du auf weitere PKW-Fahrten verzichtest, was eine genaue Planung voraussetzt. Wenn du das Auto täglich für die Fahrten ins Büro nutzt, dann kannst du den Einkauf auf den Rückweg erledigen, ohne eine Extrafahrt dafür zu planen.
  • Produktion von Fleisch- und Milchprodukten haben einen erheblichen Einfluss auf den weltweiten CO2 Ausstoß – nur 1 Kilo Rindfleisch entspricht 1.600 Kilometer Autofahrt. Durch die Reduzierung des Fleischkonsums, kannst Du zur Schonung des Klimas einen großen Beitrag leisten. Wenn es auch noch Bio ist, umso besser.
  • Produkte, die aus dem Übersee geliefert werden – und dazu gehört alles, was nicht saisongemäß auf dem Regal landet, exotisches Obst und Gemüse, wie auch die vermarkteten Super Foods – sind große Klimakiller. Da gilt weiterhin die Regel: saisonal und regional einkaufen.
Textilblindheit

Morgens vor einem rappelvollen Schrank stehen und behaupten, man hätte nichts anzuziehen, kann folgende Gründe haben:

  • es ist nicht dein Schrank und es sind nicht deine Sachen
  • der Schrank ist sehr-sehr klein
  • du hast die Übersicht verloren
  • du leidest an der Textilblindheit

Bereits am Anfang des Artikels besagt das Pareto-Prinzip, dass wir 80% der Zeit nur 20% all unserer Klamotten tragen. Eigentlich gibt es weniger Gründe für den ausgiebigen Kaufrausch als dagegen. Sich anzuhalten und zu fragen, ob man das 30-te T-Shirt, die 20-te Jeans oder die 5-te Jacke für diese Saison braucht und wieso uns die Sachen im Nachhinein nichts mehr Wert sind kann eine große Änderung herbeiführen. Im Fast-Fashion-Zeitalter kaufen wir fast schon blind ein, dabei haben diese Klamotten einen sehr hohen Preis für unsere Umwelt. Denn rund 7000 Liter Wasser verbraucht die Produktion einer einzigen Jeans; 3500 krebserregende, hormonell wirksame, giftige Chemikalien setzt die Textilindustrie ein, um Rohmaterialien zu bunt bedruckter Kleidung zu verarbeiten. Viele dieser Chemikalien findet man nicht nur im Umfeld der Fabriken, sondern inzwischen rund um den Globus.

Lösungen:

  • Wir sind zu arm, um billige Klamotten zu kaufen – es ist kein Rätsel, dass auch teure Marken in Bangladesh, Indien und China ihre Produkte nähen lassen und giftige Chemikalien für die Herstellung nutzen. Es gibt jedoch genug altbekannte und neue Marken, die sich um die nachhaltige Herstellung und ihre Angestellten kümmern. Wie nachhaltig deine Lieblingsmarken sind, erfährst du bei Rankbrand.
  • Macht mich dieses Kleidungsstück glücklich? – Bestsellerautorin von „Magic Cleaning“*
    Marie Kondo empfiehlt bei ihrer Aufräummethode, jedes einzelne Kleidungsstück in die Hand zu nehmen und sich zu fragen, ob es einen glücklich macht. Räume also in deinem Schrank auf, schaue dir alle deine Klamotten genau an, beantworte dir diese Frage und wende diese Technik bei jedem Shopping an. Spart Geld…
  • Barack Obama, Mark Zuckerberg und Karl Lagerfeld tragen immer das gleiche, weil sie keine Zeit für die Auswahl ihrer Klamotten verschwenden wollen. Wenn du denkst, dass sich solches Benehmen nur die Mächtigen dieser Welt erlauben können, dann schaue dir ein Beispiel aus USA an. Matilda Kahl, Creative und Art Director einer großen Werbeagentur in New York, entschied sich nach der alltäglichen Zeitverschwendung vor dem Schrank dafür, eine Uniform zu tragen, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Ihre Klamotten am Wochenende waren dafür alles andere als „langweilig“.

Diese Tipps sind leicht umzusetzen, wenn du nur damit anfängst – schon eine stylische Einkaufstasche und eine Trinkflasche können vieles ändern, der erste Schritt ist nur wichtig. Mache ihn also!

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